Die Weiterentwicklung der Technik im Wintersportbereich hat natürlich auch vor den Sicherheitsmaßnahmen nicht halt gemacht. Zum Glück muss man sagen, denn es rettete viele Leben. So auch im Bereich des Lawinenschutzes und der Ortung und Bergung.
Lawinenairbags sind ein technisches Highlight für alle Tourengänger und Backcountry Boarder - sie können das Leben retten. Wie soll dieser Airbag funktionieren fragt ihr euch? Na, zuerst sollte man wissen, dass man einen Rucksack trägt, in dem 2 Airbagkissen integriert sind, die sich nach dem Ziehen einer Leine mit Gas aufblasen, dass in einer Patrone steckt. Warum das hilft? Dafür muss man sich einfache Naturgesetze ansehen. Genauer: Den sogenannten Entmischungeffekt, der bewirkt, dass in einer sich bewegende Masse mit Körnungen verschiedener Größe, die kleinen Teile immer nach unten „rieseln“ und so die Größeren nach oben Drücken. In einer Lawine also wird der Mensch immer wieder von selbst nach oben gedrückt, jedoch hat er im Gegensatz zu den Schneekristallen ein zu hohes Volumengewicht, sodass er immer wieder einsinkt, vor allem, wenn die Lawine langsamer wird und somit der Auftriebseffekt sinkt. Pulverschnee hat im Gegensatz zum Menschen mehr Volumen (ca. 1,5-mal), der dafür eine höher Dichte an Masse besitzt. Also muss das Volumen des Menschen um 1,5 erhöht werden, um mit dem Schnee zu schwimmen. Die beiden Kissen mit dem Gesamtvolumen von 170l können also eine 100kg Person vor dem einsinken retten, bzw. die Einsinktiefe erheblich verringern. Ganz billig sind solche Rucksäcke jedoch mit rund 700 Euro nicht.
Weiter Utensilien sind die Lawinenschaufel und das LawinenVerschüttetenSuch (kurz LVS) – Gerät, dass mit einer Frequenz von 457 kH Signale sendet, die mit einem auf Empfang gestellten Gerät geortet werden können. So ist es garantiert, dass man Verschüttete schneller finden und bergen kann. Für die Feinortung nach dem Orten mit dem LVS-Gerät nutzt man eine Lawinensonde. Das ist eine Zusammensetzbare Metallstange, mit der man im Schnee „stochert“, um den Verschütteten zu finden. Es braucht aber gute Kenntnisse und Übung, um den Verschütteten schnell damit zu finden. Eine solche Lawinenausrüstung ist für jeden Tourengänger unverzichtbar und gehört in jeden Rucksack – beim Lawinen ABS lässt es sich diskutieren, aber Sicherheit geht vor!
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